Piotr Pawlicki baut Führung im SEC aus

ach der viel zu langen Zeit ohne Rennen, sah Güstrow nun schon in kurzer Folge das zweite wichtige Prädikat. Für die Speedway Euro Championship kam die Elite Europas in die Barlachstadt und präsentierte sich den 2500 zugelassenen Besuchern in bester Rennlaune.

Dieses Rennen hat viele Geschichten zu erzählen. Da ist zuallererst die des Siegers. Piotr Pawlicki (Polen) reiste als Führender nach der ersten Runde, die in Bydgoczsz ausgetragen wurde, allerdings in der Realität erst kurz vor dem Start der Veranstaltung an. Er begann mit einem Laufsieg und riss bei seinem zweiten Auftritt spektakulär das Startband. So konnte er nach zwei weiteren Siegen und einem zweiten Platz, bei dem er auch noch zu Sturz gebracht wurde, kaum glauben, dass er trotzdem als Führender in das entscheidende Finale einzog. Ähnlich erstaunt, aber auch erfreut war der Däne Leon Madsen. Er begann das Rennen mit einem einzigen Punkt und hatte nach drei Läufen lediglich 3 Zähler auf seinem Konto. Zu diesem Zeitpunkt schien der Finaleinzug kaum noch möglich. Mit zwei abschließenden Siegen innerhalb der 20 Wertungsläufe kam er mit vier anderen Konkurrenten auf 9 Punkte und war dann einer der Glücklichen, die noch in den Zusatzlauf, der eine weitere Qualifikation für das Finale bot, aufrückte. Hier zeigte er seine ganze Klasse. Nach dem Start befand er sich auf der letzten Position, wählte dann die schnelle äußere Linie und rang in den vier Runden alle seine Gegner nieder. Patryk Dudek (Polen) begann ebenfalls mit einem Punkt in seinem ersten Lauf. Er ließ drei Siege folgen und stand vor dem abschließenden Durchgang mit 10 Zählern als erster in der Tabelle. Im letzten Lauf kam er wieder nur auf den dritten Platz, zog so aber auch direkt ins Finale ein. In diesem überquerten die drei genannten Aktiven in genau dieser Reihenfolge die Zellinie und so stand Piotr Pawlicki am Ende vor Leon Madsen und Patryk Dudek auf dem Podest. Der Sieger baute damit seine Führung in der Europameisterschaft auf 5 Punkte aus.

Dieses Rennen erzählt aber auch die Geschichten der deutschen Fahrer. Kai Huckenbeck fährt gerade eine richtig starke Saison in den verschiedenen internationalen Ligen. Er zeigte sich auf dem Güstrower Oval kämpferisch aufgelegt und sammelte insgesamt 9 Punkte. Damit gehörte er zu den Unglücklichen, die punktgleich aufgrund des Reglements ausschieden, konnte aber eindeutig unter Beweis stellen, dass er in dieser Meisterschaft mithalten kann. „Natürlich bin ich traurig, dass es für das Race off nicht gereicht hat. Ein Laufsieg hätte alles verändert. Aber ich sehe es auch so, dass ich 9 Punkte erkämpfen konnte und damit bin ich im Mittelfeld. Diese Punkte muss man gegen die starke Konkurrenz auch erstmal erfahren. Ich schaue jetzt aber positiv auf die nächsten Runden der EM voraus“, sagte er nach dem Rennen.

Lukas Baumann, ausgestattet mit der Veranstalter Wildcard, ging mit der Einstellung ans Werk, dass jeder Punkt ein gewonnener Zähler ist. Dass es nur einer wurde, wird seiner Leistung nicht gerecht. Er konnte seine fahrerische Reifung präsentieren und sagte auch nach dem Rennen, dass die Freude viel größer als der Druck war. „Natürlich hatte ich Respekt vor den starken Gegnern, aber ich habe vor allem die Unterstützung des Publikums gespürt, das hat mich umso mehr motiviert. Ich merke, dass die Fans wissen, dass ich immer alles gebe und so wollte ich mich dafür mit der Ehrenrunde auch unbedingt bedanken.“ Genauso ging es Ben Ernst, der noch kurzfristig ins Feld rückte und sich ebenfalls mit einem starken kämpferischen Auftritt präsentierte.

Für den MC Güstrow war diese Veranstaltung natürlich auch eine Kraftanstrengung. In enger Kooperation mit den Ämtern und unter tatkräftiger Mithilfe vieler Mitglieder konnte in Zusammenarbeit mit One Sport dieses Event gestaltet werden und am Ende sah man viele erfreute Gesichter. Das gilt in gleicher Weise für die Zuschauer, die mit ihrer guten Stimmung die Fahrer motivierten und so nutzte Leon Madsen die Gunst vor der Siegerehrung, sich für die tolle Atmosphäre im Stadium zu bedanken. Der SEC passt eben gut zu Güstrow.

Ergebnis & Zwischenstand: FIM Europe Official Results

(Text: Gunnar Mörke | Fotos: Daniel Stohl, www.graficio.de)

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