Güstrower Team gehört zur europäischen Spitze - Tschechien holt U19 Paar Cup


Ganz am Ende des Renntages stand das Güstrower Team doch noch auf dem Siegerpodest, zwar allein, dafür unter dem ungeteilten Applaus des Güstrower Publikums. „Die Jungs haben heute eine Top-Leistung gebracht, haben in Team perfekt zusammengearbeitet und sich gegenseitig auch in der Box unterstützt. Es hat richtig Spaß gemacht, mit ihnen zusammenzuarbeiten, sie zu coachen“ lobte der an diesem Tag als Teamchef agierende Tobias Busch den Auftritt von Norick Blödorn und Ben Ernst gegen die europäische Konkurrenz.

“Es ist natürlich richtig schade, dass sie außer Konkurrenz starten mussten. Wenn man dann in ihre Augen schaut und sieht, dass sie nicht den Lohn ihrer Leistung bekommen, macht mich das richtig traurig. Aber das kann die Leistung der beiden nicht schmälern.“ Genauso sah es auch das Güstrower Publikum, denn es feierte das Team, das unter den Vereinsfarben angetreten war, entsprechend.

Vorher mussten aber alle, die eine Karten für dieses Rennen ergattert hatten, viel Geduld und Vertrauen in die Vorbereitung des MC Güstrow mitbringen. Den ganzen Nachmittag über regnete es ununterbrochen und es gehörte schon eine Portion Optimismus dazu, an ein Rennen zu glauben. Aber genau diese Einstellung der vielen Helfer war es, die die Veranstaltung möglich machte. Sehr viel Aufwand musste für die Organisation unter Corona-Bedingungen betrieben werden und als der Regen dann endlich aufhörte, waren Mensch und Technik im unermüdlichen Einsatz, um die Bahn von den knapp 5000 Quadratmetern Plane zu befreien, mit der das Oval vorher abgedeckt war.

Aber im anschließenden Rennen hielt die Bahn und bot den 1000 zugelassenen Zuschauern tollen Sport der jungen Piloten. Durchaus überraschend gestaltete sich der Rennverlauf. Das lettische Team unter Leitung von Maksim Bogdanovs startete gut ins Match und vor allem Ricards Ansviesulis, der mit 16 Zähler punktbester Fahrer wurde, hatte mit seiner Leistung einen großen Anteil daran, dass er am Ende gemeinsam mit Ernests Matjusonoks und Francis Gusts am dem zweiten Platz landete. Die polnische Vertretung begann nicht so gut, fuhr aber immer Punkte ein und kam so auf dem dritten Platz ein. Den Europacup holte das tschechische Team, in dem Jan Kvech nicht nur der schnellste Fahrer war, sondern auch gut mit Petr Chlupac und Daniel Klima harmonierte. 

Die Güstrower Vertretung, die aufgrund des vom DMSB angeordneten Rückzugs aller Teams von internationalen Prädikaten, außer Konkurrenz startete, kam auf insgesamt 22 Zähler und erkämpfte damit nur einen einzigen Punkt weniger als die Sieger aus Tschechien. Ben Ernst begann gleich mit zwei Laufsiegen, holte insgesamt drei und auf die gleiche Anzahl kam auch Norick Blödorn. Beide kämpften verbissen und nutzen den Vorteil der Bahnkenntnis, um gegen die internationale Konkurrenz mitzuhalten. Im letzten Lauf des Tages trafen sie auf den schon feststehenden Europacupsieger. Und dieser Heat wurde zur Jubelfahrt der beiden. Mit einem Raketenstart schnellten sie gemeinsam an die Spitze und unter der Anfeuerung der begeisterten Fans konnten sie zum Abschluss der Veranstaltung einen Doppelsieg einfahren. Mit dieser Leistung zeigten sie, dass sie zur europäischen Spitze in ihrer Altersklasse gehören und diese Erkenntnis bleibt ganz unabhängig von der offiziellen Wertung bei diesem denkwürdigen Rennen in Erinnerung.

Ergebnis:

1.Tschechische Republik 23 (Jan Kvech 11, Petr Chlupac 7, Daniel Klima 5)

2. Lettland 20 (Ernest Matjusonoks 3, Ricards Ansviesulis 16, Francis Gusts 1)

3. Polen 19 (Jakub Miskowiak 3, Mateusz Cierniak 14, Mateusz Świdnicki 2)

4. Dänemark 17 (Marcus Birkemose 6, Esben Hjerrild 8, Emil Breum 3)

5. Schweden 14 (Philip Hellström-Bängs 3, Noel Wahlqvist 7, Casper Henriksson 4)

6. Großbritannien 11(Jordan Palin 7, Jason Edwards 4)

Team Güstrow 22 -außer Konkurrenz- (Norick Blödorn 11, Ben Ernst 11, Lukas Wegner)

(Text: Gunnar Mörke | Foto: Torsten Jürn)

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