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 Speedway-Bundesliga: Einfach wie Fußball
Seit 2009 wird die Speedway-Bundesliga, die Königsklasse im deutschen Speedwaysport, in einem neuen Modus ausgetragen: Statt, wie bisher vier Mannschaften, starten nur noch zwei Teams pro Renntag gegeneinander.
Damit wird das Reglement für die Zuschauer noch verständlicher: Wie beim Fußball tritt die Heimmannschaft gegen das gegnerische Team an. In 14 Rennläufen („Heats“) an einem Nachmittag (oder abends unter Flutlicht) fahren jeweils zwei Fahrer des Heimvereins gegen zwei des Gastvereins. Statt um Tore geht es um Punkte: Der Siegfahrer eines Laufes bekommt 3 Punkte, der Zweite 2, der Dritte einen Punkt. Gelingt es beiden Fahrern einer Mannschaft in einem Lauf, taktisch zu fahren und de Gegner abzublocken, so können sie einen Doppelsieg erringen: das Ergebnis lautet dann 5:1. Gewinnt ein Fahrer und sein Partner wird Dritter, hat das Paar mit 4:2 gewonnen. Wird der eine Erster, aber sein Partner Letzter, so gibt es ein Unentschieden: 3:3.
Nach den 14 Heats wird zusammengezählt und das Team mit den meisten Punkten aus den Läufen erhält 3 Matchpunkte in der Tabelle; das Verliererteam einen.
Steht es nach den 14 Läufen unentschieden, dann gibt es ein Stechen zwischen je einem Fahrer pro Team, den der Teammanager nominiert.
Während der Meisterschaftsrunde tritt jeder der 5 teilnehmenden Clubs gegen zwei Teams zuhause an und muss gegen zwei Mannschaften auswärts antreten. Am Schluss dieser „Vorrunde“ bekommt der Tabellenführer das Austragungsrecht (Heimrecht) für das Bundesliga-Finale und tritt auf der eigenen Bahn am 3. Oktober (Nationalfeiertag) gegen den Tabellen-Zweiten an. In diesem Match wird dann der Speedway-Bundesliga-Meister ermittelt.
Um die Chancengleichheit zu wahren und deutschen (Nachwuchs-) Fahrern Rennpraxis zu gewähren, sieht das Reglement einige Restriktionen vor: So dürfen in einem Team, das aus 5 Fahrern besteht, maximal 2 ausländische Fahrer starten.
Einer der 5 Fahrer muss ein deutscher Junior (Fahrer unter 21 Jahren) sein. Die Fahrer sind in drei Kategorien, Kategorie A, B und C, gelistet. Ein Teammanager darf pro Rennen maximal 2 Fahrer der Kategorie A, 2 der Kategorie B und 2 der Kategorie C aufstellen (in der Summe natürlich nur 5 Fahrer).
Sollte sich in einem Bundesliga-Match eines der Teams schon nach kurzem als dominierend erweisen, so sieht das Regelwerk zwei Möglichkeiten für das unterlegene Team vor, Boden gut zu machen:
Liegt ein Team um 8 oder mehr Punkte zurück, so kann dessen Teammanager den „Joker“ ziehen. Das heißt, er nominiert in einem Lauf einen seiner Fahrer mit dem Joker und dessen dort erzielte Punkte verdoppeln sich!
Bei 6 Punkten Rückstand kann der Teammanager die taktische Reserve einsetzen: Er tauscht einen schwächeren Fahrer gegen einen anderen Fahrer aus. Jeder Fahrer kann einmal pro Renntag taktische Reserve sein.
Mit der Einführung des Paarsystems (Mannschaft – Mannschaft) erhoffen sich die Verantwortlichen des Speedwaysports einen baldigen Anschluss des deutschen Speedways an die Weltspitze, denn in den erfolgreichsten Speedway-Nationen Polen, England und Schweden wird seit Jahrzehnten allwöchentlich nach diesem System gefahren – und bis zu 25 000 Zuschauer pro Rennen verfolgen die spannenden Speedwayrennen, die fast wie ein Fußballspiel funktionieren.
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